Schlagwort-Archiv: Taekwondo

Theorie und Fachbegriffe

Die lateinische Schreibweise oder die Bezeichnung der koreanischen Begriffe auf dieser Seite kann und wird von anderen Quellen abweichen. Ziel ist eine Übersicht der wichtigsten und am häufigsten gebrauchten Kommandos und Techniken aus unserem Training möglichst nah an der Aussprache. Die Gürtelfarben dienen zur Orientierung, ab wann der jeweilige Begriff auch von Kindern sicher beherrscht oder erklärt werden sollte.

Grundbegriffe

Allgemeines

taeFuß / stellvertretend für alle Bein- und Trittechniken
 
kwonFaust / stellvertretend für alle Hand- und Blocktechniken
 
doWeg / Lehre / stellvertretend für die Entwicklung
 
kupSchülergrad (10. bis 1.) / farbige Gürtel (weiß, gelb, grün, blau, rot/braun)
 
danMeistergrad (1. bis 10.) / schwarze Gürtel
 
kyosa-nimTrainer, Lehrer, Übungsleiter (1. bis 3. Dan)
 
sabum / sabomMeister (4. Dan)
 
sabum-nim / sabom-nimGroßmeister (ab 5. Dan)
 
kwang-jang-nimLeiter eines Verbands / einer Schule
 
dojangTrainings-/Übungsraum
 
dobokTaekwondoanzug
 
tyGürtel
 
gihapKampfschrei
 
kyorugiKampf
 
kyokpaBruchtest
 
hosinsulSelbstverteidigung
 

Kommandos

charyeotAchtung
 
kyongnyeGrüßen, Verbeugen
 
junbiVorbereiten, Grundstellung einnehmen
 
baroZurück zur Startposition
 
sijakÜbung / Kampf beginnen
 
geumanÜbung / Kampf einstellen
 
kalyeoUnterbrechen, Trennen
 
kyesokWeiterkämpfen
 

Zahlen

hana1
 
dul2
 
set3
 
net4
 
daseot5
 
yeoseot6
 
ilgop7
 
yeodeol8
 
ahop9
 
yeol10
 

Ordnungszahlen

il1.
 
i2.
 
sam3.
 
sa4.
 
o5.
 
yuk6.
 
chil7.
 
pal8.
 
gu9.
 
sip10.
 

Grundtechniken

Körpereinteilung / Bewegungen

olguloben, Gesicht, vom Halsansatz aufwärts
 
momtongmitte, Rumpf, zwischen Hals und Taille
 
araeunten, von der Taille abwärts, unterhalb des Gürtels
 
jumok / kwonFaust
 
batangsonHandballen
 
palkupEllenbogen
 
mokHals
 
tokKinn
 
murupKnie
 
dollyogedreht
 
bandaeentgegen, verkehrt
 
aninnen, von außen nach innen
 
bakkataußen
 
tymien / twiogesprungen
 
dubal dangsongSprung mit Wechsel
 

Stellungen – sogi /gubi

moa-sogiGeschlossene Stellung
 
charyeot-sogiOffene Stellung, Achtungsstellung
 
naranhi-sogi / junbi-sogiParallelstellung, Ausgangsstellung
 
pyonhi-sogiKleine Parallelstellung
 
ap-sogiVorwärtsstellung (kurz)
 
juchum-sogiParallelstellung
 
kima-sogiReitsitzstellung
 
bom-sogiTigerstellung
 
koa-sogiÜberkreuz-Stellung
 
ap-gubiVorwärtsstellung (lang)
 
dwit-gubiRückwärtsstellung
 

Blocktechniken – makki

arae-makkiTiefblock / Unterleibsblock
 
yop-makkiSeitenblock
 
olgul-makkiGesichtsblock / Kopfblock
 
momtong-(an)-makki Außenunterarmblock nach innen
 
momtong-an-palmok-(bakkat)-makkiInnenunterarmblock nach außen
 
momtong-bakkat-(palmok)-makkiAußenunterarmblock nach außen
 
batangson-(momtong)-makkiHandballenblock
 

Stoß-/Stichtechniken – jirugi

bandae-jirugiGegenstoß / gleichseitiger Fauststoß
 
baro-jirugiGleichstoß / seitenverkehrter Fauststoß
 
yop-jirugiSeitwärtsstoß
 
dubon-jirugidoppelter Fauststoß (nacheinander)
 
pyonsonkut-jirugiFingerspitzenstich
 

Tritttechniken – chagi / olligi

ap-chagiVorwärtstritt
 
yop-chagiSeitwärtstritt
 
dollyo-chagiHalbkreistritt (mit Fußballen)
 
ap-dollyo-chagiHalbkreistritt (mit Fußspann)
 
dwit-chagiRückwärtstritt
 
dwit-dollyo-yop-chagi / momdollyo-yop-chagirückwärts gedrehter Seitwärtstritt
 
dwit-dollyo-chagi / momdollyo-chagiRückwärtsdrehtritt
 
naeryo-chagiAbwärtsfußtritt / Fersenstoß
 
miro-chagiStoßtritt, Schubtritt
 
ap-cha-olligiBeinschwung vorwärts
 
yop-cha-olligiBeinschwung seitwärts
 

Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart zur waffenlosen Selbstverteidigung mit einer über 2000-jährigen Geschichte. Der heute gebräuchliche Name wurde erst 1955 eingeführt und ersetzte die Bezeichnung Taekkyon, unter der verschiedene Stilrichtungen zusammengefasst worden waren.

Der heutige Name setzt sich aus drei koreanischen Silben zusammen, die das Wesen dieser Kampfkunst widerspiegeln:

Tae

schriftzug-taekennzeichnet die Fußtechniken. Es schließt neben den Fußtritten und -schlägen auch die Sprungtritte ein.

Kwon

schriftzug-kwonist die wörtliche Übersetzung für Faust und steht für die Handtechniken für Abwehr und Angriff.

Do

schriftzug-doist die Entwicklung und der Weg, die der Sportler körperlich und auch geistig durchläuft.

Die Basis einer soliden Taekwondo-Ausbildung bildet die Grundschule, bei der die wesentlichen Techniken nach der Erwärmung zu Beginn des Trainings gemeinsam wiederholt und geübt werden. Das schließt auch die korrekte koreanische Benennung durch die Trainingsteilnehmer ein.

Die Vielseitigkeit des Taekwondo

Wie in allen modernen Sportarten werden auch im Taekwondo Wettkämpfe ausgetragen. Der Wettkampf – Kyorugi genannt – wird nach einem festen Regelwerk und mit Schutzkleidung ausgetragen. Pro erzieltem Treffer gibt es aktuell (Stand 2025) einen bis fünf Punkte. Fußtechniken auf den Mittelteil des Körpers oberhalb der Gürtellinie und unterhalb des Schlüsselbeins führen zu zwei Punkten, bei gedrehter Ausführung zu vier Punkten. Für Kopftreffer gibt es analog drei bzw. fünf Punkte. Fausttechniken sind nur auf den genannten Mittelteil des Körpers gestattet und werden mit einem Punkt bewertet. Der Taekwondo-Wettkampf wurde im Jahr 2000 in Sydney olympische Disziplin, nachdem es bereits 1988 bei den Spielen von Seoul erstmals als Vorführdisziplin im Programm war.

Taekwondo bedeutet aber nicht nur Kämpfen. Die gleiche Bedeutung kommt dem Formenbereich zu. Trainiert werden Taegeuk-Poomse (wie in unserem Verein) bzw. Hyongs. Beides sind Bewegungsabläufe mit festgelegten Abläufen und Techniken gegen einen imaginären Gegner. Dabei gilt es, korrekte Abwehr- und Angriffstechniken mit Kraft und Schnelligkeit sichtbar in Einklang zu bringen. Gleichzeitig bedeutet es auch sich selbst zu überwinden, denn nur regelmäßiges Training der Formen führt zu Erfolgen bei Formenmeisterschaften oder Gürtelprüfungen.

Abgesprochene Angriffs- und Abwehrtechniken mit festgelegter Reihenfolge werden dagegen beim Hanbon-Kyorugi (Einschrittkampf) paarweise trainiert. Dabei ist wie beim Formenlauf die exakte Ausführung der erlernten Grundtechniken von Bedeutung. Kennzeichnend ist außerdem die minimale Distanz zum Gegner, indem die Kontertechnik kurz vorm Ziel gestoppt wird. Erweiterungen sind beim Zwei- oder Dreischrittkampf mit der entsprechenden Anzahl von Angriffen möglich.

Beim Hosinsul, der Selbstverteidigung, muss man sich schnell, entschlossen, effektiv und angemessen gegen einen oder mehrere Angreifer zur Wehr setzen. Die Angriffe aus verschiedenen Distanzen werden waffenlos oder beispielsweise mit Messer oder Stock ausgeführt. Zur Verteidigung kommen Hebel-, Halte-, Schlag- und Wurftechniken zum Einsatz, die im Ernstfall ein Entkommen aus einer gefährlichen Situation ermöglichen können.

Bekannt ist der Sport sicherlich auch für seine spektakulären Bruchtests. Der Kyokpa belegt aber nicht die Zerstörungswut im Taekwondo, sondern ist ein Beweis dafür, Techniken präzise, kraftvoll und kontrolliert auszuführen. Denn Bretter oder Steine brechen nicht durch rohe Gewalt.

Taekwondo für Körper und Geist

Aufgrund der Vielfalt der oben genannten Disziplinen bietet Taekwondo zahlreiche Vorteile für die körperliche Entwicklung und das allgemeine Wohlbefinden in allen Altersgruppen. Durch das gleichmäßige Training des gesamten Körpers werden Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination geschult. Regelmäßiges Training stärkt außerdem das Selbstbewusstsein, die Konzentrationsfähigkeit sowie das Durchhaltevermögen jedes Einzelnen. Regelmäßige Gürtelprüfungen helfen auch Breitensportlern, die nicht im Wettkampfgeschehen aktiv sind, zur Definition und Erreichung ganz individueller sportlicher Ziele.

Für Kinder ist Taekwondo in erster Linie ein Bewegungssport, der die Motorik und die koordinativen Fähigkeiten schult. Dadurch verbessert sich die Körperkontrolle von Heranwachsenden und Haltungsschäden werden von vornherein vermieden. Auch das Auffassungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit werden beim Technik- oder Formentraining gefördert und gesteigert. Darüber hinaus können Teenager nach der Schule auch einfach mal ihre überschüssige Energie beim geordneten Vollkontakttraining nach Lust und Laune abbauen.

Allen Erwachsenen bietet Taekwondo durch seine stressabbauende Wirkung einen idealen Ausgleich zur täglichen Arbeit. Beim gemeinsamen Schwitzen ist der Alltagsfrust im Training schnell vergessen. Darüber hinaus helfen die sportspezifische Gymnastik und regelmäßigen Dehnübungen zur Stärkung des gesamten Bewegungsapparates und tragen beispielsweise zur Vermeidung von berufsbedingten Rückenschmerzen bei.

Wie zahlreiche fernöstlichen Kampfsportarten baut auch Taekwondo auf Prinzipien wie Höflichkeit, Rücksichtnahme und gegenseitiger Achtung auf und trägt zum respektvollen und selbstbeherrschten Miteinander in vielen Lebensbereichen bei. Das wird nicht nur durch Verbeugungen (u. A. beim Betreten und Verlassen des Dojangs, zu Beginn und Ende des Trainings, vor und nach Partnerübungen,…) deutlich. Besonders das gemeinsame Training aller Gürtelgrade ist für Einsteiger vorteilhaft, um anfangs ungewohnte Techniken schnell zu erlernen. Gleichzeitig bleiben die Schwarzgurtträger aktive Schüler und geben ihr Wissen praktisch weiter.

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